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Die G1, größte Yacht der SchweizGeschichte

Überblick

Der Chantier Naval de Corsier Port wurde im Jahr 1909 von Jules Megevet, einem Großfabrikanten aus Genf, im beschaulichen „La Gabiule“ in der Bucht von Corsier gegründet. Die Werft wurde 1933 vom bekannten Karosseriebauer und Seefahrer Georges Gangloff und seinem Schwiegersohn Louis Plojoux übernommen und modernisiert. Fortan konnte sich die Werft regelmäßig hervortun, beispielsweise bei den Olympischen Spielen von 1960, als im Golf von Neapel die schweizer Segler mit ihrer in Corsier Port konstruierten 5,5-m-JI zu olympischen Ehren segelten. Insgesamt produzierte die Werft mehr als 550 Segel- und Motorboote aus Holz, darunter die größte Yacht der Schweiz im Jahr 1939 (G1) und zahlreiche 5,5-m- und 6-m-JI sowie 15-m-SNS, die nach ganz Europa verkauft wurden.

Das Unternehmen ist heute im Besitz von Thierry Plojoux, Unternehmensleiter der vierten Generation. Corsier Port verfügt über ein dynamisches Team, das sich in hohem Maß für den Wassersport begeistert und es sich zum Ziel gesetzt hat, den klangvollen Namen und das Renommee des außergewöhnlichen Unternehmens in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die Werft zu Beginn des 20. JahrhundertsGeschichte der Werft
von Corsier Port

Die Werft von Corsier Port befindet sich an einem als „La Gabiule“ bekannten Ort. Es handelt sich dabei um eine der ersten Bebauungen in der Bucht von Corsier Port, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts errichtet wurde.

Die ersten Einrichtungen für eine Werft in Corsier Port wurden von Jules Megevet (erfolgreicher Fabrikant aus Genf) bereits 1908 aufgestellt. Die Anlagen umfassen seit 1909 Bürogebäude und eine große Konstruktionshalle, die noch heute vorhanden sind.

Der Hafen wird mit einer Slipanlage auf Schienen von über 100 m Länge und einer Anlegestelle versehen, eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Infrastruktur.

Die Werft befasst sich zunächst mit der Entwicklung und Konstruktion von leistungsstarken Motorbooten und erlangt im Jahr 1912 mit der Kür des Motorboots „Mais-je-vais-piquer X“ zum „König der Meere“ bei der Wassersport-Weltmeisterschaft in Monaco auch internationale Anerkennung. (Der Name des Boots ist eine Anspielung auf die Namen des Bootsbauers Megevet und des Motorenherstellers Picket.)

Der erste Weltkrieg unterbricht den Gang des Unternehmens nur kurz, das von Jules Megevet in eine Gesellschaft mit der Bezeichnung „Chantier de Constructions Navales du Léman“ umgewandelt wurde. Infolge des Treibstoffmangels verzeichnet das Unternehmen rasch Verluste und meldet schließlich Konkurs an. In den darauf folgenden Jahren wird das Werftgelände zur Herstellung verschiedener mechanischer und Luftfahrt-Produkte genutzt, beispielsweise zur Konstruktion von Wasserflugzeugen.

In den 20er Jahren hergestelltes Wasserflugzeug

Im Jahr 1933 wird das Gelände mitsamt der Gebäude und Anlagen von Georges Gangloff, einem Genfer Autofabrikanten und leidenschaftlichen Segler (auf 6-m-JI) aufgekauft. Er wird von seinem Schwiegersohn Louis Plojoux unterstützt, der die kaufmännische Leitung des Familienunternehmens übernimmt.

Die Werft lebt unter der Bezeichnung „Chantier Naval du Petit Lac“ neu auf. Ein Großteil der Facharbeiter (Mechaniker, Schreiner usw.) wird von den Gangloff Karosseriewerkstätten zur Werft versetzt. Der Motorboot unterscheidet sich zu dieser Zeit kaum von der Automobilproduktion.

Die Werft widmet sich fortan wieder der Konstruktion von Sportmotorbooten. Sie erweitert ihre Aktivitäten um die Entwicklung und Konstruktion von Renn- und Freizeitseglern und arbeitet eng mit Bootsbauern wie Copponex, Reimers, Camatte, Olson, usw. zusammen.

Die Jackie II, größte Motoryacht der Schweiz Im Jahr 1939 stellt die Werft mit der Jackie II die bis dahin größte Motoryacht der Schweiz vor, die unter der Leitung des Bootsbauers Knud Reimers entstand.

Zum Ende des zweiten Weltkrieges erhält die Werft mit Chantier Naval de Corsier Port ihren heutigen Namen.

Die Kriegsjahre bewirken eine Zunahme der Nachfrage nach Segelbooten, da der See zwar von den Konflikten verschont bleibt, die Treibstoffversorgung jedoch erneut rationiert wird.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges erlangt die Werft rasch wieder eine internationale Reputation und exportiert ihre Rennsegler und Motorboote in die ganze Welt, einschließlich von Japan.

Zu den Kunden der Werft zählen illustre Persönlichkeiten wie der König von Thailand, der Aga Khan und der Schauspieler Yul Brynner, aber auch die bekannten Skipper Noverraz und Copponex aus Genf, die mit dem Gewinn von zahlreichen schweizer und internationalen Wettbewerben erheblich zum Renommee der Werft beitrugen.

Bei den Olympischen Spielen von 1960 in Neapel werden das schweizer und das französische Team in der 5,5-m-JI-Klasse mit von Corsier Port entwickelten und konstruierten Booten ausgerüstet.

Das Team der Schweiz segelt auf der Balerina IV von M. Metzger und seiner Mannschaft mit Copponex und Girard zur Bronzemedaille.

Historische Arbeitsszene in der Werft Das Unternehmen produziert über 550 Holzboote, Segel- und Motorboote aller Größen und Klassen für Segler und Wassersportliebhaber. Diese Boote sind auch heute noch sehr begehrt und werden von ihren Besitzern viel Leidenschaft gepflegt.

Mit dem Ende der 60er Jahre beginnen in Massenfertigung hergestellte Polyester- und Kunststoffboote die klassischen Holzkonstruktionen zu verdrängen.

Der Enkel von Georges Gangloff, Luc Plojoux, nautischer Zeichner und Ingenieur, übernimmt die Führung des Familienunternehmens und bringt seine Erfahrung auf schwedischen, nordamerikanischen und französischen Werften in den Betrieb ein.

Die Werft entscheidet sich, auf die Herstellung von Booten aus Verbundwerkstoffen zu verzichten, da dieser Markt sehr eng ist und bald von ausländischen Herstellern beherrscht wird. Sie übernimmt zusätzlich die Vertretung von Polyester-Serienprodukten und entwickelt den ersten Marina-Service in Genf, mit einem umfassenden Angebot an Reparatur- und allgemeinen Wartungsdiensten für Boote.

Die Werft bleibt jedoch weiterhin kreativ und bietet angesichts des zunehmenden Mangels an Liegeplätzen im Wasser den ersten Marina-Service an Land an. Zu dieser Zeit wird im hinteren Bereich des Werftgeländes der große Marina-Hangar in innovativem Baustil errichtet, der auch heute noch vollständig genutzt wird.

Chantier Naval de Corsier Port bleibt auch in unserer Zeit ein Familienunternehmen. Die Vertreter der vierten Generation haben es sich zum Ziel gesetzt, ihm eine erfolgreiche und dynamische Zukunft zu sichern, die seiner außergewöhnlichen Vergangenheit würdig ist.

Die Werft vertritt führende Hersteller wie Sea Ray, Chris-Craft, Boesch, Jeanneau und Zodiac und bietet Wartungs-, Überwinterungs- und Reparaturdienste für Boote aller Art sowie einen Marina-Service zu Wasser und zu Land an. Das Angebot umfasst ebenfalls die Wartung und die Teil- bzw. vollständige Überholung von Segel- und Motorbooten aus Holz, die mit einer infolge der Seenähe hohen Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen vorfinden.

Für aktuelle Wettkampfboote bietet die Werft eine Anlegestelle und eine Wartungsbasis für die erfolgreichen Mehrrumpfer Décision 35 und Ventilo 27.

Im Hinblick auf das Näherrücken ihres 100-jährigen Geburtstags renoviert und modernisiert die Werft ihre Anlagen und arbeitet gleichzeitig an nautischen Weiterentwicklungen.

Dank ihrer außergewöhnlichen und erfolgreichen Geschichte genießt die Werft weit über den Genfer See hinaus ein hervorragendes Renommee. Die Werft ist Teil der Geschichte der Flussschifffahrt in der Region und zählt zu den ältesten noch aktiven großen Binnenwerften am Genfer See.

Von Corsier Port vertriebene Marken

Chantier Naval de Corsier Port
71 chemin Armand Dufaux
CH-1246 Corsier Port
Tel.: +41 22 752 22 33
Fax: +41 22 752 28 57
Kontakt und Lagekarte

Sea Ray Chris Craft Boesch Zodiac Zeppelin